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ie immer beginnt mein Eintrag damit, dass ich mich schon ewig nicht mehr gemeldet habe. Zum einen war das deshalb, weil es nicht sicher war, ob ich eine Nachfolgerin haben wuerde. Habe ihr deshalb voererst nicht gemailt und wollte in selber Konsequenz hier nichts posten. Zum anderen haben sich da ein paar verschiedene Daten alle in einen kurzen Zeitraum verirrt…
Zum Beispiel…
La fete de fin d’année.
Abschlussfest der école maternelle. Dieses Ereignis haette es zweiffellos in die Kategorie “Geile Sachen mit Kindern” von meinen Lieblingsbloggern Johanna und Henri www.davaj.net geschafft, waeren die Guten anwesend gewesen.
Bin sehr stolz auf meine Zwotzels und irgendwie will ich es auch nicht wahr haben, dass ich sie wohl nie wieder sehen werde. Dem Intelligentesten der Klasse habe ich noch hinterhergerufen: “Bamo, in meinem Land sagt man, man sieht sich immer zwei mal. Ich zaehle auf dich!” Schauen wir mal.
Wir hatten mit den Kindern ein Programm von Playback, Taenzen, kleinen Sketchen, Liedern und Gedichten eingeprobt und ich war irre stolz auf meine kleinen Schuetzlinge. Haben das super gemacht. Leider waren die Eltern ein undankbares Publikum und haben es nicht fuer noetig gehalten ihre Kleinen anzufeuern… Aber ich fuer meinen Teil kann zufrieden sein, denn meine Arbeit habe ich gut gemacht und abschliessen koennen.
Mein Geburtstag.
In der Bilanz koennte man diesen Tag “von ganz unten nach ganz oben” beschreiben. Die ueberaus talentierte und intelligente Autorin dieses Blogs hat es tatsaechlich geschafft einen Tag vor ihrem Geburtstag ihr Handy zu sperren. Um sechs Uhr morgens wache ich auf und mache meinem Nachtwaechter auf, der erst abends wieder kommt. Ich setze mich auf mein Sofa und starre auf mein Handy, das sicherlich einige Leute versucht haben anzurufen oder anzusimsen. Das passendste Wort hierfuer faengt mit Sch an und hoert mit eisse auf. Ich denk mir, na dann geniesste mal dein gigantisches 10 Kilo Geburtstagspaket. Im Paket inbegriffen ist eine huebsche Happy Birthday CD von Tchibo. Verdammt, ich dachte vorher, solche CDs sind immer nur was fuer einsame Menschen. Ich lege sie ein und packe die Geschenke aus – alleine. Ich stelle fest : Verdammt! Gerade bist du einsam. Schluchzend laufe ich in die Schule und versuche mich zusammenzureissen, aber das muss ich nicht. In letzter Zeit bin ich ja eh immer die erste, die auf der Matte steht.
Ich gehe in den Klassenraum und finde es auf merkwuerdige Weise witzig, dass ich ueber eine echt lieb gemeinte und ehrlich gesagt auch sehr huebsche Happy Birthday CD heule, ueber die ich mich lustig gemacht haette vor einem Jahr, kann es mir aber trotzdem nicht verkneifen. Meine Kolleginnen vergessen meinen Geburtstag. Klar. Ich fahr zu MTN und lasse mein Handy entsperren und lasse die Einladungen fuer das Abschlussfest drucken. Irgendwie bekommt der Typ es nicht gescheit hin, die Einladungen zu schneiden und sein Chef schnauzt ihn an. Das muss ich mir nicht geben. Lieber gehe ich in meine Lieblingspatisserie nebenan.
Die SMS trudeln langsam ein. Tut gut. Und ich komme mal endlich dazu den Leuten die Uhrzeit mitzuteilen wann ich feiern will. Irgendwie klappt das spontan auch noch. Danke Kamerun, diesmal mag ich deinen Sinn fuer Spontaneitaet. Ansonsten waere das wohl wirklich der bescheuertste Geburtstag meines Lebens – ohne Freunde.
Yeah, da es morgens ist gibts in der Patisserie noch Burger guter Qualitaet, weil in der Hitze hier ja alles so schnell schlecht wird. Ich beschliesse also an einem bizarren Tag in einer bizarren Situation eine bizarre Aktion zu starten:
Burgerfruehstueck.
Die Burger sind einfach nur genial. Hmh…
Ich fahre zurueck in die Schule und zicke mich mit meiner Kollegin an – sie hat was an den Einladungen zu maekeln, hatte sie in der Probeversion aber noch nicht, als ich sie ihr vorgezeigt habe.
Irgendwie war hier der Wendepunkt des Tages, weil ich vergnuegt feststellte, dass ich an diesem Tag jeden anzicken koennte wen ich wollte ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Burgerfruehstueck plus Anzickerei ohne Gewissensbisse macht bessere Laune. Hihi.
Feierabend, ich eile nach Hause und beepe meine Nachbarin Germaine an, sie hatte angeboten mir bei den Vorbereitungen zu Hause zu helfen. Also richten wir schnell alles her inklusive Happy Birthday Kerzen, Deko und Haribo aus dem Geburtstagspaket. Wir blasen Luftballons auf, die in der extremen Sonne platzen – im Wohnzimmer halten aber doch ein paar. Langsam trudeln Sidonie und die anderen Freiwilligen ein, wir quatschen auf Franzoesisch bei Kaffee und Kuchen. Spaeter zischen die Freiwilligen in den Fulfuldekurs ab, Germaine und ich chillen und ziehen uns Neon, Unicampus, stern und View rein. Dann ruft mich meine Mutter an, mit der ich mich eine Stunde festquatsche. Schoen! Germaine und ich warten auf den Nachtwaechter mit Laetitia, die Germaine aus Kousseri kennt. Kousseri ist die Grenzstadt zum Tschad.
Er ist da, und wir machen uns auf in die Fona Bar in Pitoaré, dort feier ich im grossen Kreis. Ich gebe jedem nen Jus (naja also ein Softgetraenk) oder ein Bier aus und blase noch mal meine Kerzchen aus. Applaus. Alle sind da. Geschenkeeeee! Ledertasche, Gummibaeren, ein Aufhaengeteil fuers Bad mit allem moeglichen Beautykram selbstgenaeht von Agnes von meinen MAPs (mitausreisende Partner), und noch ein paar witzige Dinke hehe. Ich sage zu Jacky ich will tanzen, denn in der Fona Bar ist auch eine Tanzflaeche. Sie sagt sie kann nicht tanzen. Ist mir egal. Ich zwing sie also und amuesier mich, die andren folgen nach. Wild und ohne Ueberlegung tanzen wir zu Lady Ponce. ET CA! ET CA LA! CA AUSSI, CA LA COMME CADEAU! In der Gruppe vergessen wir unsere Angst uns beim Tanzen zu blamieren und schlagen uns praechtig, die Stimmung steigt. Ob Kameruner oder Deutscher, ob alt oder jung, alle feiern zusammen. Ich hab mir bei der Zusammensetzung der Gruppe keine Gedanken gemacht und das macht offensichtlich nichts aus. Ich heimse Lob fuer meine Party ein und versuche die Yiiiiiiiiiiiia Freunderufe der Kameruner nachzuahmen. Wir versuchen es alle und lachen uns ueber uns kaputt, mit der Uebung klappt es.
Birgit faehrt mich nach Hause, sie meint im Auto gaebe es eine Ueberraschung. Ich mache die Hintertueren ihres Gelaendewagens auf und mir strahlt eine Kuehlbox mit Mangosaft, Guyarvensaft, Top Tonic, Top Pampelmousse, Cola und Fanta entgegen. Mit freundlichen Gruessen von Evelyne, weil ich doch keinen Kuehlschrank habe. Sooo suess! Ich komme zu Hause mit Germaine und Laetitia an und wir geniessen ein bisschen den Mangosaft. ICH LIEBE MANGOSAFT! Ich bin voellig aufgedreht. Die beiden verabschieden sich und ich beschliesse zu schlafen. Klappt natuerlich nicht. Macht aber nix, denn ich geniesse die Taubheit einer genialen, durchtanzten Nacht.
Nun bleiben noch knapp zwei Monate ehe ich ausreise. Ich habe noch so einiges vor, eventuell verreise ich. Auf jeden Fall bekomme ich Ende Juni Besuch von Charlotte, bin schon gespannt!
Freue mich derweile, dass ich puenktlich wieder zum neuen Heldenalbum in Deutschland bin und moechte die Guten endlich in live sehen. Wer also Lust hat sich mit mir in Mainz von ihrer Musik berieseln zu lasse darf sich gerne bei mir melden. Nur bitte nicht mehr per Post, wer weiss ob die noch ankommt!
Bis zum naechsten Mal,
Leslie